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EnEV und EEWärmegesetz in der Praxis: Auswertung der Online-Umfrage

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EnEV 2009: Aktuell geltende Energieeinspar-Verordnung  
Wie ist Ihre Erfahrungen mit der EnEV
und dem  EEWärmegesetz in der Praxis: insbesondere Pflichten, Kontrollen und Strafen

Diese Frage stellten wir unseren Lesern im August 2012.

Lesen Sie hier wie sich das Meinungsbild unserer Leser gestaltet.

 


Vertrauen ist gut …

Wer heute neu baut oder seinen Altbau saniert muss ggf. die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) und parallel dazu das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG 2011) erfüllen. Bauherren, Sanierer und Betreiber von Klimaanlagen in Gebäuden sind verpflichtet die speziellen Vorgaben zu erfüllen, andernfalls drohen ihnen schlimmstenfalls Bußgelder als Strafen. Die Baubehörden ihrerseits müssen prüfen inwieweit die Betroffenen die energetischen Vorgaben erfüllt haben. Soweit die Theorie. Doch wie sieht es in der Praxis aus?

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Neubau in der Theorie und Praxis

Erinnern wir uns: Die EnEV 2009 setzt die erste „EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ von 2003 um. Wer einen Neubau errichtet muss dafür sorgen, dass dieser energieeffizient ist, wie es die EnEV 2009 fordert.

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Neubau energieeffizient planen und bauen

Im § 3 (Anforderungen an Wohngebäude) sowie im § 4 (Anforderungen an Nichtwohngebäude) regelt die Verordnung diese Pflichten. Als Messlatte für die Energieeffizienz gelten der Jahres-Primärenergiebedarf für die Anlagentechnik zum Heizen, Wassererwärmen, Lüften, Klimatisieren und bei Nichtwohngebäuden auch zum Beleuchten sowie parallel dazu der Wärmeschutz der Gebäudehülle. Weitere Anforderungen beziehen sich auf die Luftdichtheit der Gebäudehülle, den sommerlicher Wärmeschutz, die Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien, den Mindestwärmeschutz und die Wärmebrücken.

Soweit die EnEV 2009: Parallel dazu müssen Bauherren auch das EEWärmeG 2011 erfüllen, das bedeutet, sie müssen einen Teil der benötigten Energie zum Heizen, Wassererwärmen und Kühlen entweder über anerkannte erneuerbare Energiequellen decken – Solarstrahlung, Biomasse, Erdwärme, Umweltwärme – oder alternativ durch anerkannte Ersatzmaßnahmen die Energieeffizienz ihres Gebäudes erhöhen – beispielsweise durch Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), das Gebäude noch energieeffizienter bauen als es die EnEV fordert oder Fernwärme oder –kälte aus geeigneten Quellen beziehen.

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Nachweise, Kontrolle und Strafen

Als Verantwortliche benennt das EEWärmeG die Eigentümer von Gebäuden und die EnEV 2009 in erster Linie den Bauherren, jedoch auch die Fachleute, die ein Bauprojekt als Beauftragte planen oder bauen. Als Nachweis muss der Eigentümer den „Energieausweis nach Bauausführung“ bereithalten und ihn der Baubehörde auf Verlangen vorzeigen. Für die Einhaltung des EEWärmeG muss der Eigentümer auch Nachweise für die Nutzungspflicht bereithalten und diese teilweise der Behörde von sich aus vorlegen. Die EnEV 2009 droht mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro wenn jemand vorsätzlich oder fahrlässig einen Neubau nicht wie gefordert ausführt. Das EEWärmeG 2011 droht auch mit Bußgeldern zwischen 20.000 und 50.000 Euro.

Allerdings scheint es in der Praxis weit davon entfernt zu sein, dass die Baubehörden konsequent kontrollieren oder dass sie mögliche Bußgelder verhängen. Dies hat unsere Umfrage gezeigt. Mehr als zwei Dritteln der Teilnehmer kannten weder durchgeführte Kontrollen noch verhängte Geldbußen wegen EnEV- oder EEWärmeG-Verstößen in der Praxis. Eine Erklärung ist sicherlich der Personalmangel mit dem viele Behörden zu kämpfen haben.

Unsere Umfrage ergab auch, dass Bauherrn die EnEV zwar kennen das EEWärmeG jedoch weder kennen noch anwenden wollen. Allerdings betonen etliche Umfrage-Teilnehmer, dass ihre Kunden viel eher bereit sind die energetischen Anforderungen zu verstehen, zu erfüllen und sogar zu übertreffen, wenn eine finanzielle Förderung – beispielsweise durch die KfW-Bank – in Aussicht gestellt ist. Der Bund kann allerdings nur diejenigen vorbildlichen Bauherrn mit Zuschüssen und Darlehen unterstützen, die noch energieeffizienter bauen als es die EnEV und das EEWärmeG fordern. Es ist nicht möglich, dass der Staat bestimmte Anforderungen vorschreibt und seine Bürger dafür finanziell belohnt, wenn sie diese Regeln einhalten.

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Baubestand in Theorie und Praxis

Eigentümer von bestehenden Gebäuden betrifft das EEWärmeG 2011 ggf. nur wenn sie besonders großflächig anbauen. Wenn der neue Anbau als eigenständiges Gebäude betrachtet werden kann – die Kriterien dafür hat das Bundesumweltministerium als Praxis-Hinweis auf seinen Webseiten veröffentlicht – greifen die Nutzungsanforderungen des Gesetzes für diesen neuen Gebäudeteil.

Was die EnEV 2009 im Bestand anbelangt, regelt sie die Anforderungen im dritten Abschnitt (Bestehende Gebäude und Anlagen). Dabei müssen Eigentümer bestimmte Nachrüstpflichten „auf jeden Fall“ erfüllen, beispielsweise: die oberste, ungedämmte Geschossdecke oder das darüber liegende ungedämmte Dach dämmen, bestimmte alte Heizungen nicht mehr betreiben, Heizungsregler installieren, ungedämmte Leitungen ggf. dämmen, elektrische Speicherheizsysteme nicht mehr betreiben, die Klimaanlagen wie vorgeschrieben inspizieren lassen.

Wer sein Haus „sowieso“ saniert, indem er die Fassade, das Dach, die Fenster oder Decken teilweise oder ganz erneuert oder modernisiert, muss die Wärmeschutzvorgaben der EnEV 2009 erfüllen, wenn er über ein Zehntel der gesamten Außenbauteilfläche verändert und zwar in einer Art und Weise, die das energetische Verhalten des Gebäudes beeinflussen könnte.

Wer sich jedoch die EnEV 2009 § 27 (Ordnungswidrigkeiten) ansieht stellt fest, dass etliche dieser Nachrüstpflichten nicht bußgeldbewehrt sind. Deshalb glauben Altbau-Eigentümer häufig, dass sie diesen Pflichten nicht unbedingt nachkommen müssten.

Aus diesem Anlass haben wir im letzten Herbst bei den zuständigen Behörden in den einzelnen Bundesländern dazu nachgefragt. Das Ergebnis war sehr ernüchternd: Die Länder haben überwiegend keine zusätzlichen Regelungen eingeführt um diese Nachrüstpflichten zu überprüfen. Mieter und Nutzer können sich zwar bei bestimmten Ämtern beschweren, in der Praxis erhalten sie jedoch erfahrungsgemäß meistens einen Bescheid, dass die Behörde wegen Personalmangel diese Art von Verstößen nicht verfolgen könnte. Angesichts dieser Realität und der kommenden strengeren Kontrolle müssen die Bauämter sicherlich zusätzliche Sachbearbeiter einstellen.

Autorin: Melita Tuschinski, Dipl.-Ing.UT, Freie Architektin, Stuttgart
seit 1999 Herausgeberin des Experten-Portals EnEV-online.de

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Melita Tuschinski, Dipl.-Ing. UT Austin, Freie Architektin, Stuttgart